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Ökologische Flutungen als Schadensminderung aus naturschutzfachlicher und forstlicher Sicht am Beispiel des Reserveraums für Hochwasserrückhaltung in Hördt

Die Rheinniederung unterliegt vielfältigen und teilweise konkurrierenden Nutzungen. So wird auf Teilflächen des Reserveraum in Hördt intensive Landwirtschaft (Ackerbau) betrieben und größere Flächen werden forstlich bewirtschaftet. Aufgrund seiner Lage abseits von Bevölkerungs- und Wirtschaftszentren wird das Gebiet  für Naherholung und Freizeitaktivitäten genutzt. Von besonderer Bedeutung ist der hohe Wert für den Naturschutz. Hier leben zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Im Retentionsfall werden daher Beeinträchtigungen für den Naturschutz erwartet.

Als Maßnahme zur Minimierung der zu erwartenden Beeinträchtigungen wurden im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens für den Reserveraum Hördt die ökologischen Flutungen für das Gebiet festgeschrieben. Ziel dieser Maßnahme ist es, pflanzliche und tierische Lebensgemeinschaften auf ein zu erwartendes Rückhalteereignis vorzubereiten. Der Einfluss des Umweltfaktors „Wasser“ soll lokal deutlich erhöht werden, indem über drei Schließen im Rheinhauptdeich das Gebiet wieder an das Wasserstandsregime des Rheins angebunden werden soll. Daraus resultiert eine deutlich erhöhte Wasserverfügbarkeit, die zu einer Anpassung der Lebensgemeinschaften an höhere Wasserstände, und damit an Hochwasserereignisse führt. Ökologische Flutungen sollen vorerst auf vergleichsweise kleinen und aus Sicht des Naturschutzes untergeordnet bedeutsamen Flächen zugelassen werden (Teillebensräume 1 und 2 in Abbildung 1). Durch ein Monitoring soll geprüft werden, ob sich die durch die Flutungen erwarteten und von den Fachplanern prognostizierten Entwicklungen einstellen. Erst dann folgt die Nutzung weiterer Teillebensräume.

Ökologische Flutungen in Verbindung mit gesteuerter Hochwasserrückhaltung können grundsätzlich die durch Retentionsereignisse zu erwartenden Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt abschwächen, insbesondere in Rückhalteflächen, die im Zuge menschlicher Aktivitäten vom Abflussregime eines Flusses abgetrennt wurden. Wie im Reserveraum Hördt ist im ALFA-Teilprojekt „La Bassée“ im Einzugsgebiet der Seine vorgesehen, Wasser bei extremen Hochwasserereignissen in Flächen der ursprünglichen Seine-Aue zu leiten. Mit Hilfe ökologischer Flutungen soll die dort lebende Artengemeinschaft umstrukturiert und auf den Retentionsfall vorbereitet werden.

Bild 1: Laubfrosch
Bild 2: Gliederung des Reserveraums in Teilräume aufgrund topographischer, ökologischer und nutzungsbezoge­ner Kriterien


 
 
in the spotlight
 
The Hördt floodplain reserve retention area is part of the differentiated system of flood protection in the state of Rhineland-Palatinate in Germany.
 
 
 
 
The Hördter Rheinaue case is situated in the Upper Rhine valley in southwest Germany. It encompasses part of the Rhine’s sub-recent floodplain on the left bank of the river.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
last update: Wednesday, 15 February 2012