

Die Pionierforschung zweier Wissenschaftler der Universität Durham hat gezeigt, dass landwirtschaftliche Flächennutzung, sofern sie an den richtigen Stellen eingesetzt wird, dabei helfen könnte, das Hochwasserrisiko auf Einzugsgebietsebene sogar für extreme Hochwässer wie das in Carlisle in GB im Januar 2005 zu verringern.
Ian Pattison, graduierter Wissenschaftler an der Universität, hat einen neuartigen Downscaling-Ansatz entwickelt, der statistische Analysen und Computermodelle mit ein bezieht. Damit ist es leichter nachzuvollziehen, wie Ausmaß und der Zeitpunkt von Hochwasserpeaks der größeren Untereinzugsgebiete des Eden miteinander interagieren und dadurch das Hochwasser in Carlisle hervorrufen. Anschließend untersuchte er eine Reihe von landwirtschaftlichen Flächennutzungsmaßnahmen, wie die Anpflanzung von Auenwäldern, Reduzierung von Bodenverdichtung und Einbringung von großen Stücken von Totholz in das Flussbett, um zu sehen, welche Auswirkungen dies auf das Hochwasserrisiko flussabwärts haben könnte. Ergebnisse dieser Modellstudien zeigen, dass die Auswirkung dieser Maßnahmen auf den Zeitpunkt von Hochwasserpeaks von bestimmten Nebenflüssen möglicherweise das Hochwasserrisiko flussabwärts selbst für extreme Ereignisse reduzieren könnte. .jpg)
Eine solche Verbindung zwischen landwirtschaftlicher Flächennutzung und Hochwasserrisiko der Einzugsgebiete herzustellen war in der Vergangenheit sehr schwierig. Einenr der Gründe dafür, erläutert Ian Pattison, ist,, dass Veränderungen bei der Flächennutzung den relativen Zeitpunkt sowie das Ausmaß der Hochwasserpeaks von einem Nebenfluss in einem Flusssystem in Vergleich zu einem anderen beeinflussen können.Wenn zum Beispiel Veränderungen in der Flächennutzung dazu führen, dass Hochwasserpeaks von zwei Nebenflüssen zur gleichen Zeit auftreten, steigt das Hochwasserrisiko flussabwärts. Andererseits kann das Hochwasserrisiko flussabwärts reduziert werden, wenn die Hochwasserpeaks zeitlich voneinander getrennt werden können. Von entscheidender Bedeutung dabei ist, dass die gleiche Maßnahme das Hochwasserrisiko sowohl reduzieren als auch steigern kann, je nachdem wo sie im Einzugsgebiet eingesetzt wird.
Hochwasserpeaks zeitlich voneinander zu trennen, ist etwas, was auch andere ALFA-Partner erreichen möchten. In Frankreich zum Beispiel will das IIBRBS Wasser aus der Seine in La Bassée speichern, um Hochwasserpeaks der Yonne zuerst abfließen zu lassen und dadurch das Hochwasserrisiko der Seine flussabwärts in Paris zu reduzieren.
Bild 1: Karte des Eden-Einzugsgebiets mit den größeren Untereinzugsgebieten
Bild 2: Hochwasser - Warwick Road Carlisle – Januar 2005 (Foto freundlicherweise von der Umweltagentur zur Verfügung gestellt)
